Jules Träume

und andere Erlebnisse

WTF is this?
1.120 Beiträge in Jules Blog, die oft auf tatsächliche Ereignisse zurückgehen oder einfach ihre Gedanken widerspiegeln. Und dann gibt es diese Blog-Posts, bei denen man sich denkt: WTF? Was hat das denn zu bedeuten?
Jules (Alp-)Träume
"Träume sind Schäume", heißt es oft. Und doch sind sie ein Ventil der Seele. (Alp-)Träume deuten auf Ängste und Stress im Wachzustand hin und zeigen auf, dass etwas im Argen liegt. Im speziellen Fall von Jule muss man dazu auch noch fragen: Wer hat das eigentlich geträumt? Und in wie weit spielt das Real Life dabei eine Rolle? Ich habe einfach mal meine Kristallkugel aus der Reparatur geholt, um Jules Träume zu entschlüsseln.
Vorbemerkung: In diesem Beitrag geht es auch um Sockenpuppen, die bereits vor Jules Auftauchen an Heiligabend 2008 auf Planet-Liebe aktiv waren und deren Texte laut unserem Sprachprofiler ebenfalls auf die Person hinter 'Jule' zurückzuführen sind. Da sich aber in diesem Forum über 20 verschiedene Pseudonyme tummeln, wird es dazu noch einen eigenen Beitrag geben.

Der Plot: Jule wird von ihrer Mitbewohnerin Sophie aus einem Alptraum geweckt, weil sie laut geschrien hat. Sie ist schweißgebadet und liegt in einer Pfütze. Sofie bringt ihr Handtücher und bietet an, das Bett neu zu beziehen.
Der Traum: Jule trifft die Frau, die sie einst angefahren hat, vor einem Einfamilienhaus, dessen Vorgarten von einer Hecke umgeben ist. Dieses Haus war der Treffpunkt bei einem Ortstermin im Laufe des Gerichtsprozesses gegen die 'Crash-Oma', die bislang keinen Namen hatte, im Traum als Frau H. bezeichnet wird. In Sichtweite verläuft die Straße unter einer Eisenbahnbrücke hindurch, und einige hundert Meter weiter gelangt man an die Kreuzung, an der Jule ihren Unfall hatte.
Frau H. sieht Jule inzwischen als 'Monster im Rollstuhl' und ist sich sicher, dass diese für drei Attentate auf sie verantwortlich ist. Jule hat ihr tatsächlich einen Kamikaze-Fahrer auf den Hals gehetzt, der sie vor gut 10 Minuten beinahe mit dem Auto umgebügelt hätte, gibt dies aber nicht zu. Frau H. beschuldigt sie weiter, für die Entführung eines Tanklasters und dessen Explosion verantwortlich zu sein, bei der über 500 Menschen getötet wurden. Jule wusste aber nur von 23 Toten. Das dritte Attentat wird nicht erwähnt.
Auf Wunsch ihrer Psychologin dokumentiert Jule die Alpträume und zählt inzwischen den achten mit Beteiligung der Crash-Oma. Sie bezeichnet ihre Psychologin als 'diejenige, die sie dazu anhält, ihre Seele zu bürsten - wie bei jemandem mit langen Haaren, der sie nach dem Waschen nicht durchkämmen will, weil es am Ende so ziept'. Die Psychologin hält ihr den Spiegel vor und zeigt, wo noch gebürstet werden muss.
In den Kommentaren des Beitrags scheinen sich einige Pipi-Fetischisten eingefunden haben, die von der angeblichen Mitbewohnerin Sofie eine ordentliche Ansage kassieren:
Ich werde dann mal voll auf die Tanne hauen und noch so richtig Wind ins Feuer blasen. Schließlich sehe ich ja gar nicht ein, dass ich mir meine Kommentare verkneife, nur weil eine einzige verkorkste Gestalt bei der Suche ihres Horizonts ständig an ihrem Pimmel hängen bleibt.
Jule, versuche doch bitte, dir die Situation mal anders herum vorzustellen. Du kommst in unser Zimmer, ich liege im Bett, wälze mich atemlos hin und her, schreie, kämpfe, Schweißperlen auf der Stirn – Du weckst mich aus einem Alptraum auf und beruhigst mich. Du siehst dabei, dass ich ins Bett gepinkelt habe. Würdest du erwarten, dass mir das peinlich sein muss? Wäre es für unsere persönliche Beziehung besser, wenn du das jetzt nicht erfahren hättest? Verliert unsere Beziehung durch diese Situation an Nähe?
Es mag Leute geben, für die eine unerwartet auslaufende Harnblase befremdlich, widerlich, vielleicht sogar beängstigend ist. Ich weiß, dass meine Mutter jedes Mal unheimlich gelitten hat, wenn sie das früher bei mir mitbekommen hat. Ich kann es verstehen, denn für viele Menschen hat dieses unkontrollierte Entleeren etwas absolut entwürdigendes.
Diesen Würdeverlust kann und will ich mir nicht jedes Mal einreden. Ich weiß um die Symptome meiner Behinderung und muss andere Wege finden, an Würde, von der jeder Mensch ein wenig benötigt, zu gelangen. Immer wieder zu versuchen, eine behinderte Blase zu 100% beherrschen zu können, kann nur in die Hose gehen. Man muss sich Ziele setzen, die man auch erreichen kann. Und sich mit Menschen umgeben, die einen auch mit Behinderung -egal in welcher Form- würdevoll behandeln.
Es fällt sehr schwer, aber man muss bei allem Streben nach bestmöglicher Kontinenz und größtmöglicher Hygiene seiner Behinderung den von ihr benötigten Spielraum belassen. Es ist wie bei einem Kind: Das kann ich dort spielen lassen, wo ich im Griff habe, dass es sich nicht verletzt, oder ich kann ihm das Spielen verbieten – dann habe ich nicht im Griff, wo es sich verletzt, wenn es "illegal" spielt.
Eine autonome Blase braucht auch ihren Spielraum. Ich kann darauf bestehen, dass sie zu 100% lieb ist, dann ist sie dann böse, wenn ich es nicht gebrauchen kann. Oder ich gestehe ihr zu, dass sie hin und wieder mit mir spielt, bereite mich darauf vor und akzeptiere es. Dann habe ich sie jedoch, weil ich sie in dem von mir vorgegebenen Rahmen spielen lasse, trotzdem zu 100% im Griff.
Ist schon spät, ich bin schon seit 6 Uhr am Arbeiten, daher bekomme ich das nicht mehr besser ausgedrückt. Notfalls gibt es noch mal einen Nachschlag zum Verstehen. 🙂
🔮 Deutung
Ein Racheakt im Traum kann das Spiegelbild eines inneren Konflikts und von Wut sein, die unterdrückt wird. Es kann anzeigen, dass man sich machtlos fühlt. Dieser Traum kann auch die Fähigkeit symbolisieren, Schmerz in Kraft und Entschlossenheit zu verwandeln.
Ich stelle es mir schwierig vor, eine Person UND auch noch deren Träume zu erfinden. Immerhin ist eine reale Explosion eines Tanklasters wie beschrieben nicht zu finden. Ein Selbstbild als 'Monster im Rollstuhl' lässt da tief blicken - und es scheint auf jeden Fall Erfahrung mit Psychotherapie vorhanden zu sein. Ich vermute, dass die Crash-Oma, die nun eine Initiale besitzt, ein reales Vorbild hat, mit der 'Jule' noch eine Rechnung offen hat und vielleicht sogar schon Rache genommen hat. (Und ja, ich habe da eine bestimmte Frau H. samt Racheakt im Kopf!)
Die Laudatio von Sofie auf den selbstverständlichen Umgang mit Inkontinenz, was soll man dazu sagen... Der Pipi-Fetisch ist im Blog aus meiner Sicht wirklich nicht zu übersehen, auch wenn ihn Jule immer abgestritten und als Umgang mit ihrer Behinderung verkauft hat.
🌏❤️ Dunsti
Was heute parasoziale Bindungen sind, waren vor 20 Jahren Forenfreundschaften. Es wird Zeit für Dunsti, die omnipräsente, kinky Kinderärztin in spe im Rollstuhl auf Planet-Liebe:

Dunsti ist die 'Proto-Jule': Sie hat ihr Medizinstudium (in Hamburg) abgeschlossen, wohnt nun in Bayern und hat eine feste Stelle im Krankenhaus, aber noch keine Facharztausbildung - Pädiatrie würde sie interessieren. Und sie ist querschnittgelähmt: Mit 12 Jahren ist sie im Schwimmbad auf den Fliesen ausgerutscht und seitlich-rückwärts auf ein Spülbecken geknallt. Dabei hat sie sich mehrere Wirbel gebrochen und gehörig den Kopf angeschlagen. In der Folge kam es zu einem Atem- und Kreislaufstillstand und Dunsti mit dem Heli ins Krankenhaus. Sie verbrachte dann ein Dreivierteljahr in einer Spezialklinik.
Dunstis Eltern kamen mit der neuen Situation gar nicht klar, sie unterzog sich einer intensiven psychologischen Betreuung und entscheidet sich während ihrer Zeit bei Planet-Liebe für einen Kontaktabbruch, nachdem ihr Vater sie ohrfeigt. Sie schwimmt, betreibt Rollstuhl-Basketball und Paratriathlon, ist in einem inklusiven Sportverein aktiv und betreut selbst Jugendgruppen als Übungsleiterin. Interessanterweise leakt sie ihren aktuellen Sportverein in einem Beitrag - er befindet sich nicht in Bayern, sondern in Hamburg...
Na, hört sich das irgendwie vertraut an? Es ist unglaublich, dass bei Planet-Liebe 15 Jahre lang niemandem aufgefallen ist, dass Jule 1:1 eine junge Dunsti ist. Besonders gern referiert sie im Forum über Pampers, Stecklaken, Zellstoffunterlaken und den unverkrampften Umgang mit Inkontinenz. Wie Sofie. Und ganz besonders gerne referiert sie darüber, wenn weitere Sockenpuppe diese Thematik aufbringen. Es ist schon fast manisch, wieviele User in den Jahren 2005-2008 unbedingt über Rollifahrer und Windeln sprechen wollten...
Zurück zu Jules Traum: Was die erwähnte 'Straße unter einer Eisenbahnbrücke hindurch', die zur Unfallkreuzung führt, angeht - Jule hat nie explizit erwähnt, wo genau ihr Unfall passiert ist. Aus gutem Grund: Es gibt diesen Unfall nicht, genauso wenig wie sie selbst 😉 Es handelte sich laut ihr aber um einen Wege-Unfall (Schulweg). Wenn man davon ausgeht, dass die virtuelle Jule vom Gymnasium am Dörpsweg auf dem Heimweg nach Lurup war (oder umgekehrt), kommen eigentlich nur der Bahnhof Eidelstedt und der Bahnhof Elbgaustraße in Frage. Die Elbgaustraße wird zwischen 2009 und 2010 ganze 9x in Jules Blog erwähnt, Eidelstedt hingegen gar nicht, weshalb ich auf ersteres tippen würde.
Anmerkung:
Da ich gerade den Beitrag zum Verschwinden von Hilal Ercan verfasst habe: In der Nähe des Bahnhofs Elbgaustraße befinden sich von Hecken umgebene Einfamilienhäuser. Geht man unter der Eisenbahnbrücke hindurch, kommt man einige hundert Meter weiter an die Kreuzung Elbgaustraße/Spreestraße - der Ort, an dem Hilal verschwunden ist. Gruselig! Das war allerdings 1999, mehr als 10 Jahre vor Jules Wirken.

Der Plot: Jule hat sich nach einem Abendessen mehrmals übergeben, ihre Ärztin kommt vorbei und spritzt ihr ein Schlafmittel. Mitbewohnerin Cathleen schläft deswegen bei ihr im Bett und weckt sie aus einem Alptraum. Jule hat sich eingepinkelt.
Der Traum: Jule ist zu Fuß unterwegs. Ihr fällt erst an der Fußgängerampel am Schulterblatt (Bezirk Sternschanze) ein, dass sie gar keinen Rollstuhl dabei hat.Sie will auf die andere Seite, zur Sparkasse, wartet auf grün - und wird von zwei Uniformierten der Polizei verfolgt, die immer näher kommen. Auf der andereren Seite, am Geldautomaten, klicken die Handschellen - die Polizisten glauben, dass Jule kurz zuvor eine Bank überfallen hat und nehmen sie mit.
Jule hofft, dass niemand merkt, dass sie in Wirklichkeit einen Rollstuhl braucht, weil das 'unseriös' wirkt. In Wirklichkeit geht es gar nicht um einen Bankraub, die beiden Uniformierten bringen sie zu dem Schrebergarten ihrer Großeltern, die aber nicht anwesend sind. Die Holzhütte ist abgebrannt und plötzlich weiß sie wieder, dass sie diese angesteckt hat. Sie weiß aber nicht warum oder wie. In der Hütte war ein Obdachloser verbrannt, der dort gepennt hatte. Jule bekommt Angst, dass sie für 15 bis 30 Jahre ins Gefängnis muss.
🔮 Deutung
Ein Traum, in dem man einen Brand gestiftet hat, kann sich auf unterdrückte, destruktive Wut beziehen. Er kann auch auf das Bedürfnis hinweisen, von anderen Menschen Lob und Aufmerksamkeit zu erhalten.
Wut scheint in Jules Träumen ein starkes Motiv zu sein, genau wie Brandstiftung in ihrem Blog: So sind angeblich vier Leute, die sie vom Sport kennt, in ein Wohnprojekt in Bergedorf gezogen. Noch im Einzugsmonat wird davor eine Papiermülltonne mutwillig angesteckt. Am Ende ihrer eigenen Straße brennt ein Altpapiercontainer. Und im Wunderwohnprojekt legt ein Mitbewohner einen Stapel Zeitungspapier in den Flur, zündet ihn an und legt sich dann zwei Räume weiter schlafen.
🌏❤️ CAY
Kommen wir an dieser Stelle zu CAY auf Planet-Liebe:
CAY stellt sich 2007 in ihrem ersten Foren-Beitrag 'Mein Bruder ist ein Psycho' erstmal ausgiebig selbst vor: Sie ist damals 34 Jahre alt, fünffache Mutter (vier Töchter im Alter von 15, 13, 8 und 6, ein Sohn im Alter von 11), glücklich verheiratet seit 16 Jahren mit der ersten großen Liebe, Mann (35) im höheren Staatsdienst mit überwiegend geregelter Arbeitszeit, CAY arbeit Vollzeit für zwei öffentliche Arbeitgeber (12 und 30 Stunden pro Woche) im Schichtdienst. Großes Haus mit großem Garten und Pool am Stadtrand einer norddeutschen Großstadt, alles harmonisch.
Das Problem ist ihr fünf Jahre jüngerer Bruder, psychisch schwer behindert, umgangssprachlich ein "Psycho". Dieser Bruder wurde als Kind gemobbt, war Einzelgänger, ist aber hochintelligent, um nicht zu sagen: Genial, zumindest was die logische und gut messbare Intelligenz angeht - sie wurde auf den oberen Hundertfünfziger-Bereich bestimmt. Was seine emotionale Intelligenz angeht, so beschreibt ihn CAY als unheimlich sensibel für Stimmungen, er weiß, wie es fremden Menschen geht, bevor sie das erste Wort gesagt haben. Der Haken:
Er braucht allerdings sehr viel Bestätigung, dass er ein liebenswerter und netter, toller Mensch ist. Bekommt er davon nicht genug, holt er sich die, indem er ein "Phantom" böse Sachen machen lässt, von denen er sich selbst dann distanzieren kann. Er kommt so mit allen möglichen und unmöglichen Leuten ins Gespräch (dann klappt es!), indem er die durch diese "bösen Sachen" hervorgerufene Unsicherheit dieser Leute ausnutzt und das "Phantom" an den Pranger stellt. Diese "bösen Sachen" sind immer spektakulär genug, um Leute auch wirklich zu verunsichern.
Und so zündelt der Bruder beispielsweise. CAY beschreibt zwei Szenarien:
Aus dem Kindergartengebäude schlagen morgens um 11 Flammen. Dutzende Kinder scheinen eingeschlossen. Da wartet keine Einsatzleitstelle, ob noch drei, vier Leute das bestätigen und parallel anrufen, da werden in Sekunden Hunderte Leute auf Trab gebracht. Da donnern etliche Streifenwagen mit singenden Reifen durch die Straßen, um zu retten, was noch zu retten ist, in den umliegenden Gemeinden wird Großalarm ausgelöst, Rettungshubschrauber starten, … alles für die Katz. Am Ende spielen ein paar Uniformierte mit den Kindern in der Sandkiste "backe backe Kuchen", um sie nicht völlig zu verschrecken. Nachdem alle abgezogen sind, verbreitet sich die Nachricht natürlich wie ein Lauffeuer. Und mein Bruder kann mitreden und schimpfen auf den bösen Mann, der sowas tut. Und kennt sämtliche Rechtsgrundlagen, nach denen das verboten ist. Und irgendwann (die Polizei ist ja nicht doof) wird er ermittelt. Weil ihn jemand beobachtet hat, weil er beim Distanzieren zu "fleißig" ist, weil er unvorsichtig ist. Dann folgt das 95. Gutachten, das ihm Schuldunfähigkeit bescheinigt, der 95. vergebliche Versuch, einem nackten Mann zivilrechtlich in die Geldbörse zu greifen - und er ist noch weiter von der Gesellschaft entfernt, weil sich jetzt erst recht alle von ihm abwenden. Wer will schon mit so einem Idioten was zu tun haben?
Irgendwann kommt der Punkt, an dem er selbst nicht mehr glaubt, dass er sowas getan hat. Dann sitzt er weinend auf dem Sofa und liest sich den ganzen Tag nur die Zeitungsartikel durch und sagt nur: "Das ist doch nicht wahr, oder? Das hab doch nicht ich gemacht, oder? Was hat mich da geritten?" Das ist der Beginn einer hoffentlich langen "guten" Zeit.
Nachdem der Bruder während seiner Schulzeit Mitschülerinnen sexuell "belästigt" hatte, war er in der geschlossene Psychiatrie. Er hatte laut CAY ein paar perverse Briefe an die Mitschülerinnen verteilt, mit Fragen drin: "Wie oft masturbierst Du?" und so weiter. Anonym. Ihnen vorher irgendwas entwendet aus der Schulmappe und in Aussicht gestellt, dass sie es wiederbekommen, wenn sie das brav ausfüllen. Er wurde nach 10 Monaten entlassen und man wusste keinen Therapieansatz.
Im Anschluss daran hat er zwei Jahre in einer betreuten Wohngruppe gelebt. Dort ging es dann wieder los. Irgendein böser Mensch hat Scheiben eingeworfen von Kellerfenstern, die Leute permanent mit anonymen Telefonanrufen belästigt, nachts die Polizei dorthin geschickt, weil sich angeblich Einbrecher im Haus aufhielten, während aber drinnen nur alle ruhig schliefen und die Polizei mit Hunden und Scheinwerfern durch den Garten stiefelte… Rausgeflogen ist er, als er im Flur einen Stapel Zeitungen angesteckt hat und den Betreuern erzählen wollte, da hat wohl einer eine Kippe hingeworfen. Glücklicherweise brannte nur der Stapel, während 10 Leute und er in dem Haus schliefen. Komm mir jetzt bitte keiner mit gesundem Menschenverstand.
Die letztere Zündelgeschichte ist einfach 1:1 die Story von Jules zündelndem Mitbewohner im Wunderwohnprojekt. Auch die Belästigung von Mitschülerinnen findet sich in Jules Blog wieder: 'Puzzleteile'. In diesem Beitrag sucht ein älterer Mann ihren Rat, dessen Vater fast genau zum selben Zeitpunkt gestorben ist wie Jules Vater. Er erzählt aus seiner Jugend:
Mit vierzehn Jahren sei er fast ein Jahr lang in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden. Wegen Verhaltensauffälligkeiten. Die -wen wundert es- mit der Pubertät begannen und alle einen sexuellen Kontext hatten. Beispielsweise habe er beim Schwimmunterricht die Mädchen in der Mädchendusche besucht und vor deren Augen blank gezogen oder auf einer Klassenfahrt heimlich Seiten aus Pornoheften in deren Betten verteilt.
Na, wenn das mal nicht CAYS Bruder ist? Das Motiv 'Schrebergarten' kommt in dem Beitrag auch vor:
Dennoch kam es teilweise zu skurrilen Situationen, beispielsweise sei das siebenjährige Kind mal mit dem Vater und einem Schulfreund im Schrebergarten gewesen. Die beiden Kinder hatten hinter der Gartenlaube gespielt, während der Vater im vorderen Bereich des Gartens, für die Kinder nicht sichtbar, umgegraben hatte. Die beiden Kinder entschieden sich, sich nackt auszuziehen und auszufechten, wer weiter im Strahl pinkeln könnte.
Nach dem Tod von 'Jules' Mutter am 16.9.2020 wird ebenfalls ein Schrebergarten erwähnt:


Warum der Mann aus ihrem Impressum in diesem Thread Fragen zum Diebstahl des Kühlschranks von Jules Mutter beantwortet und von 'Erben' spricht (Jule ist Einzelkind, der Vater bereits verstorben), ist nicht so ganz klar.
Im Traum ist Jule ohne Rollstuhl unterwegs, was sie selbst als 'unseriös' empfindet. Im Blog ist Body integrity identity disorder (BIID) ein großes Thema. So taucht z.B. Natascha im Sportverein auf, 32 Jahre alt und Rollstuhlfahrerin. Sie erzählt von einem schlimmen Autounfall, wird in dieTrainings-Clique aufgenommen, rollt mit den Mädels ins Kino, erfährt sehr viele persönliche Dinge von jedem einzelnen – dabei ist ihre Behinderung eine Lüge. Nix Querschnitt, nix Autounfall. Jules angebeteter Häuptling, der Abteilungsleiter, erklärt sich allerdings dazu bereit, Natascha eine Chance zu geben und so darf sie einfach weiter als Rollifahrerin in Disguise mit zu Trainingscamps.
📖 Lesenswert
Jule Stinkesocke: Das Tagebuch
Teil 1: 2009 - 2010
[Anzeige*] Die 16-jährige Jule kann fast ein Jahr nach ihrem schweren Unfall endlich das Krankenhaus verlassen und zieht mit Freunden vom Behindertensport in eine WG. Sie findet eine barrierefrei zugängliche Schule, steigt in Klasse 11 wieder ein und findet trotz Mobbing wieder Anschluss. Ihre Leidenschaft wird nun der Sport: Paratriathlon. Und sie hat ihren ersten richtigen Freund Jan, was sie wegen ihrer Behinderung als problematisch empfindet. Doch Jule findet immer Wege.
Jule Stinkesocke: Das Tagebuch
Teil 2: 2011 - 2012
[Anzeige*] Jule zieht mit ihren Freunden aus der WG in ein inklusives Projekt in einer ehemaligen Fabrik. Ihr Freund Markus entpuppt sich als Amelotatist, was sie nicht mit ihren Vorstellungen von einer Beziehung vereinbaren kann. Sie bekommt das Angebot, bereits nach Klasse 12 gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marie ein Medizinstudium zu beginnen und auch hier meistert sie alle Hürden.

Der Plot: Jule wacht kurz vor neun schweißgebadet und angepinkelt aus einem Alptraum auf, in dem ein Konflikt mir ihrer Freundin Cathleen die Hauptrolle spielt. Sie ordnet ihre Gedanken, duscht, zieht trockene Sachen an und klopft an Cathleens Zimmertür. Sie darf erzählen, sich zu ihr ins Bett legen und bekommt bestätigt, dass alles in Ordnung ist und sich Cathleen absolut wohl in ihrer Nähe fühlt.
Der Traum: Irgendwelche Typen, die Jule nicht kennt, werfen ihr aus heiterem Himmel und ohne einen Zusammenhang auf dem Nachhauseweg vor, sie hätte an mindestens drei Tagen durch drei verschiedene Handlungen, die sie aber erstmal nicht näher benennen wollten, Cathleen sexuell belästigt. Diese rollt ein paar Meter hinter Jule, sagt aber nichts dazu.
Auf einmal haben diese unbekannten Personen ein Buch in der Hand, A5 mit Ringheftung, etwa 250 karierte Seiten,mit blauem Kugelschreiber beschrieben. Ein Tagebuch, in dem viel geschrieben und viel gemalt ist. Mehrere Einträge beschreiben eine sexuelle Belästigung durch Jule. Es sind Zeichnungen vorhanden, die sie aber nicht entschlüsseln kann.
Jule erinnert sich an einzelne Handlungen, die dort beschrieben sein sollen, und versteht, dass Cathleen diese als sexuelle Belästigung versteht. Sie hat ein schlechtes Gewissen und würde das alles gerne mit Cathleen unter vier Augen klären, aber diese lehnt ab, mit Jule alleine zu reden, weil sie Angst hat.
Nach dem Aufwachen fragt sich Jule, welches schlechte Gewissen sie im Traum gequält hat und welche Gedanken oder unverarbeiteten Erlebnisse dahinter stecken.
🔮 Deutung
Sexuelle Belästigung ist ein weites Feld in der Traumdeutung und kann eine Möglichkeit sein, vergangene Ereignisse in dieser Richtung zu verarbeiten und damit umzugehen. Diese Art von Traum kann auch dahingehend gedeutet werden, dass der Träumende im realen Leben die Wünsche und Bedürfnisse anderer nicht ernst nimmt. Vielleicht hat er im privaten Umfeld Persönlichkeitsrechte missachtet oder hat sich in Bereiche eingemischt, die ihn klar nichts angehen.
Bei diesem Traum läuft es mir immer kalt den Rücken herunter und ich denke an einen 14-jährigen Jungen wie CAYs Bruder oder den Puzzleteile-Mann, der wegen übersexualisiertem Verhalten in die Psychatrie kommt und seine Aufzeichnungen erklären soll.
Nach Jules Traum folgt im Blog-Post übrigens die Storyline des vereinseigenen Neoprenanzug-Popo-Fetischisten, über die ich bereits in Kontroverse Geschichten geschrieben habe - und die mich immer noch wütend macht.
🌏❤️ Schlurfrakete

Am 13. Mai 2013 erhält Jules Blog den Ritterschlag und bekommt einen eigenen Wikipedia-Eintrag, erstellt von einem Autor namens Schlurfrakete, der außer diesem nur noch einen weiteren über eine deutsche Sportlerin im Rollstuhlbasketball erstellt (in Jules Wiki wird übrigens zum ersten Mal öffentlich ihr voller Name genannt: Julia Gothe). Wundert es irgendwen, dass wir auch auf Planet-Liebe eine Schlurfrakete finden?
Die Schlurfrakete steigt direkt ein mit Missbrauchsvorwürfen und fragt: „Sind Schwänze so unberechenbar wie Atomkraftwerke?“:
Ich habe mit 16 Jahren meinen Jugendleiter-Schein gemacht (damals gab es noch eine rosa Pappe und noch keine so tolle Plastikkarte), um Jugendveranstaltungen organisieren und leiten zu können. Mich hat es damals genervt, dass andere nichts zustande brachten, also bin ich selbst aktiv geworden.
Seitdem habe ich auch noch einen Übungsleiter-Schein gemacht und aktuell leite ich zwei Sportgruppen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 12 und 18 Jahren.
Rufen mich doch vor einigen Tagen unabhängig voneinander zwei Kinder an, eine andere Übungsleiterin hätte sie ausdrücklich vor mir gewarnt. Man müsse sich vor mir in Acht nehmen. Beide Jugendlichen (16 und 17) fanden diese Warnung so absurd, dass sie mir die gesteckt haben.
Selbstverständlich gibt Dunsti umgehend ihren Senf dazu:
Ich bin nun selbst Übungsleiterin, unter anderem in einer Kinder- und Jugendgruppe, und habe zudem auch noch vor einiger Zeit genau diesen Fall gehabt, nämlich dass ein Übungsleiter aus dem Verein geworfen wurde, weil er eine Frau vergewaltigt haben soll. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn ist bislang noch nicht abgeschlossen und die betroffene Frau ist keine der ihm ehemals anvertrauten Mädchen. Aber dennoch soll es in seiner Gruppe sexuelle Übergriffe (intime Gespräche, aufdringlichen Körperkontakt, Busengrapscherei, versuchtes Küssen) gegeben haben, die allesamt von den betroffenen Mädchen nicht weitergegeben wurden (bis auf den letzten Fall, der das Verfahren ins Rollen gebracht hat).
Jule wärmt genau diese Geschichte vier Jahre später wieder auf (oder es gibt wiederholt Missbrauchsvorwürfe?):
Zurück zu dieser Trainerin: Sie behauptet nun, dieser Mann sei ein unberechenbarer … das Wort „Kinderschänder“ hat sie nicht gesagt, aber zumindest bei mir impliziert. Cathleen und Marie ging es genauso. Sie habe auch keine Beweise dafür, es sei nichts konkretes vorgefallen. Es sei nur ein Gefühl. Daher ein vertrauliches Gespräch unter acht Augen. Tja, Pustekuchen. Mindestens eine üble Nachrede ist das. Und für Vertraulichkeit bin ich immer zu haben, es sei denn, es geht darum, Leute in den Dreck zu ziehen. Was hindert sie daran, den offenen Dialog zu suchen? Nichts. Auf genau diese Frage bekam ich diese Antwort: „Ich habe keine Beweise.“
Die unschuldig verdächtigte Schlurfrakete legt umgehend mit Fragen los, die man leicht als spätere Jule-Motive erkennen kann. Gibt es Klamotten, unter denen ihr grundsätzlich keine Unterwäsche tragt? will er wissen, zum Beispiel: Schlafkleidung, Sportkleidung, Arbeitskleidung, … und falls ja: Welche und warum? Was macht ihr, wenn ihr ins Meer geht? Gibt es da auch "Spiele", nehmt ihr eine Luftmatratze, eine Unterwasserkamera oder ein aufblasbares Gummitier mit hinein, habt ihr vielleicht sogar Sex im Wasser? Was tragt ihr so an Klamotten im Wasser? Shorts? Badehose? Oben ohne unten mit? Umgekehrt? Weißes T-Shirt?
Die Schlurfrakete ist bei Planet-Liebe zwar nicht lange aktiv, verabschiedete sich aber mit einer ganz speziellen Frage:
Bei einer guten Freundin von mir soll während eines Krankenhaus-Aufenthaltes eine Darmspiegelung gemacht werden. Sie möchte gerne, dass ich dabei bin und ihr während der Untersuchung die Hand halte, auch wenn sie schläft. Als ich sie gestern besucht habe, hat sie die Schwester gefragt, ob das eventuell möglich ist. Diese sagte, dass das grundsätzlich nicht möglich ist, auch nicht bei Eltern von Kindern. Ist das überall so und wenn ja, warum ist das so?
Für jede Frau, die eine Koloskopie hat, muss es selbstverständlich ein Träumchen sein, wenn ein Fäkal-Fetischist ihre Hand hält. Wundert es noch, dass Jule in ihrer Ausbildung oft und gerne in epischer Breite über Darmspiegelungen schreibt?

Der Plot: Marie knipst die Nachttischlampe an. Schweißgebadet wacht Jule auf, eingepinkelt wie immer nach einem Alptraum. Sie fängt an zu heulen, Marie tröstet sie und bezieht das Bett neu, während Jule duscht. Danach krabbelt Marie zu ihr ins Bett und krault sie in den Schlaf.
Der Traum: Jule steht mit einer Frau in ihrem Alter, die sie vom Sport kennt und mit der sie locker befreundet ist, im Aufzug. Sie war einmal bei ihr zuhause und kennt auch die Eltern. Die Frau hat noch keinen Führerschein, die Eltern fahren sie häufig zum Sport oder holen sie ab. Alle sind immer sehr nett und freundlich, auch zu Jule.
Aber Jule hat dem Familien-Bad ein nasses Handtuch mitgehen lassen. Und weil die Familie im Bad eine Überwachungskamera installiert hat, weiß sie davon. Die Frau starrt sie enttäuscht an und fragt immer wieder nach dem Warum. Jule gibt keine Antwort, versteht selbst nicht, warum sie das getan hat. Sie fahren weiter zusammen Aufzug und Jule traut sich nicht, zu erwähnen, dass eine Kamera auf dem Klo eine große Frechheit ist.
🔮 Deutung
Eine Überwachungskamera verkörpert als Traumsymbol sowohl gespeicherte Erinnerungen als auch eine Distanzierung von bestimmten Erlebnissen. Es kann ein Hinweis auf Geschehnisse sein, die den Träumenden nicht ruhen lassen. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit verhindert jedoch zukunftsorientiertes Handeln.
Das Motiv ‚versteckte Kamera‘ ist in Jules Blog ein sehr häufiges. So bekommt Jule das Angebot, in Fetisch-Filmchen, gedreht mit einer versteckten Kamera auf der Behinderten-Toilette eines Sportvereins o.ä., mitzuwirken. Ihr Anwalt installiert eine Kamera in einem Baum zur Überwachung der Unfallverursacherin. Ihr Schwimmtrainer filmt heimlich am See und schlußendlich macht sich Helena Sorgen über versteckte Kameras in ihrem Zimmer.
🌏❤️ Kiko
Kiko taucht bereits 2005 bei Planet-Liebe auf: Ein 17-jähriges Mädchen aus Hamburg, das wie alle Sockenpuppen erstmal lang und breit ihre Familiengeschichte ausbreitet und Spoiler, 5 Kinder, das haben wir jetzt auch schon mal gehört. Aber zusammengefasst:
Kikos Vater ist Polizist und koordiniert Großeinsätze, ihre Mutter ist Ärztin und arbeitet in einem Krankenhaus, das sich auf schwer verletzte Unfall- und Brandopfer spezialisiert hat und fährt außerdem noch auf einem Notarztwagen mit einen Tag pro Woche (hört hört! genau wie bei Jules bester Freundin Marie). Beide arbeiten im Schichtdienst. Sie hat 4 Geschwister, drei Schwestern und einen Bruder. Eine ältere Schwester ist schon 25 und wohnt nicht mehr zuhause. Der Bruder ist 23, studiert und hat eine Studentenbude, kommt aber trotzdem oft nach Hause zurück, auch unter der Woche, wenn er mittags Schluss hat und am nächsten Tag erst spät anfangen muss. Eine Schwester ist gerade 15 geworden, hat ein Körperbehinderung und sitzt im Rollstuhl (genau wie die älteste) und die kleinste Schwester ist 13. Kiko teilt sich mit der 15-jährigen Schwester ein größeres Zimmer im ersten Stock.
Kiko berichtet bei Planet-Liebe, dass ihr Bruder sie belästigt, neben ihr onaniert (was übrigens auch CAYs Bruder gerne täte) und sie unter Dusche beobachtet, sie auffordert, dort vor ihm zu pinkeln. Desweiteren klaut er ihre Badeanzüge sowie Wäsche und hat heimlich Kameras im Haus installiert:
Dabei ist dann auch rausgekommen, dass er die Wand zum Nachbarzimmer angebohrt hat, wo meine 13jährige Schwester schläft und die Decke nach unten, wo meine 15jährige Schwester und ich schlafe. In beiden Löchern war eine Mini-Kamera und er hat uns alle gefilmt und auf dem PC gespeichert. […] Er hat diese Filme oder Clips auch über das Internet verkauft auf einer Homepage. Über Kreditkarte. Einen Monat Mitglied werden kostet 25 Euro, über 100 Leute waren da Mitglied. Und da war ein Moment gekommen, wo ich ihn am liebsten verdroschen hätte. Ob ich ihm das verzeihen kann, weiß ich nicht.
Mal abgesehen von dieser Obsession, was versteckte Kameras angeht: Es ist erstaunlich, dass die Persona Kiko bereits 2005 alles beinhaltet, was bis 2023 im Juleversum thematisiert wird. Aber dazu kommt später ein eigener Beitrag. Planet-Liebe ist die ergiebigste Quelle zum Jule-Fake, die man sich nur vorstellen kann.
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Jule Stinkesocke: Das Tagebuch
Teil 4: 2015 - 2018
[Anzeige*] Im September 2015 verschwindet Jule plötzlich und schreibt keine Blogposts mehr. Ihre Leserschaft ist beunruhigt: Lebt Jule noch? Erst im August 2017 kehrt sie zurück - sie musste erneut vor Stalkern fliehen. 2018 lebt sie mit Marie im eigenen Haus an der Ostsee, beide arbeiten als Ärztinnen und treffen unvermutet auf die behinderte 12-jährige Helena, die in ihrer Pflegefamilie schlecht behandelt wird.
Jule Stinkesocke: Das Tagebuch
Teil 5: 2019 - 2022
[Anzeige*] Jule lebt mit Marie und ihrer Pflegetochter an der Ostsee. Sie verfolgt weiter hartnäckig ihren Weg zur Kinderärztin. Helena muss genau wie früher Jule gegen Mobbing in der Schule und im Alltag kämpfen.
Bonusmaterial: Die kuratierten Tweets von Jule und Helena

Der Plot: Jule wacht auf, ihr Puls rast, ihre schweißnassen Haare kleben auf der Stirn, sie schlief nackt und ohne Decke, ist am ganzen Körper schweißgebadet, hat sich komplett nassgepinkelt. Sie zittert am ganzen Körper und als endlich Licht brennt, realisiert sie, dass das alles nur ein Alptraum war. Cathleen tröstet sie.
Der Traum: Jule hat im Real Life die Straße „Hahnenkamp“ zwischen dem Bahnhof Altona und dem dortigen Schnell-Restaurant schon Wochen nicht mehr überquert. Doch dann träumt sie, dass sie eine Familie kennenlernt, die nichts zu essen, dafür aber bestimmt ein Dutzend Kleinkinder zu Hause hat, alle völlig abgemagert. Sie muss sich um eins dieser Kinder zu kümmern, es ist ihr aber verboten, ihm was zu essen zu kaufen oder überhaupt Geld für ihn auszugeben. Der Junge wünscht sich, am Bahnhof Altona die Fernzüge anzuschauen und ist begeistert von den ein- und ausfahrenden großen Loks.
Jule erinnert sich, dass sie dort tatsächlich vor Wochen einen kleinen Jungen dort gesehen hatte, der sehr abgemagert war und sich an den Loks begeisterte. Im Gegensatz zu dem Jungen im Traum hatte dieser eine Nasensonde und allem Anschein nach Leukämie sowie einen kahl rasierten Kopf.
Der Junge im Traum will etwas essen und Jule macht ihm deutlich, dass sie ihm nichts kaufen darf. Er sagt, er würde eine Stelle kennen, wo man Essen umsonst bekommt und Jule rollt hinter diesem Jungen her. Es ist unheimlich, kalt, nur komische Leute unterwegs, alles in komischen grauen Farben, kaputte Scheiben, schreiende Leute, irgendwo brennt es. Der Junge läuft auf die Straße „Hahnenkamp“, kniet sich mitten auf der Straße zwischen den fahrenden Linienbussen hin und beginnt, an einem Schnuller zu lecken, der in den Fugen zwischen dem Kopfsteinpflaster eingeklemmt ist. Als Jule ihn wegzieht, kommt ein ekliger, unheimlicher Typ und streicht diesen Schnuller mit Currysoße ein. Die ganze Situation ist so widerwärtig, dass Jule laut schreien will - und aufwacht.
Am nächsten Tag realisiert sie, dass draußen am Ende der Straße ein Altpapiercontainer gebrannt hat und sie den Brandgeruch wohl in ihrem Traum eingebaut hat. Das Fenster war offen, wenn auch nur hinter einem Rolladen. Als sie schließlich zur Straße Hahnenkamp kommt und das Kopfsteinpflaster sieht, muss sie sich enorm zusammenreißen, um nicht laut zu schreien: In den Fugen klemmt ein Schnuller. Ohne Currysoße. Aber genauso wie im Traum. Sie postet sogar ein Foto davon.
🔮 Deutung
Das Traumsymbol Schnuller kann den Träumenden darauf hinweisen, dass er bald einen Ort aus seiner Kindheit wieder aufsuchen wird. Dabei werden in ihm viele Erinnerungen wach werden.
Mit Blick auf den Bahnhof/Züge macht ein anstehender Besuch am Geburtsort durchaus Sinn. Und ja, das Thema 'Brennende Zeitungen' mal wieder. Man fragt sich schon, wer hier wann was angezündet haben könnte. Bei weiterem Interesse verlinke ich die Studie 'Gibt es eine Typologie jugendlicher Brandstifter?'.
Ergiebiger ist die erwähnte Currysoße, von der nicht nur Jule, sondern auch ihre Sockenpuppen großer Fan sind, genau wie vom Goldenen M selbst. Dunsti beispielsweise gedenkt bei ihrem ersten Date mit einem Verehrer aus dem Forum ein 6er-Maxi-Menü mit Currysoße zu essen. (Spoiler: Der Verehrer schreibt auch bei Planet-Liebe und ist eine weitere Sockenpuppe.) Einige Zeit später bekräftigt sie in einer von Klaus-Bärbel (Sockenpuppe) erstellten Umfrage nach der besten Soße zu Chicken McNuggets nochmal, dass Currysoße zu Pommes ihr Favourite ist. Dupdidu (weitere Sockenpuppe) schlägt ernsthaft mit der Briefwaage im Schnellrestaurant auf, um das angegebene Gewicht der Burger zu kontrollieren.
Und Jule? Die rollt sogar in Dubai zum McD:
Was mich sehr überrascht hat, war ein Erlebnis bei McD. Ja, das gab es dort auch und einmal mussten wir es ausprobieren. Es gab zwei Tische, die keine fest installierten Stühle hatten, sondern bei denen man die Stühle wegschieben konnte. Bei allen anderen Tischen waren die Stühle i Boden verschraubt. Das wussten wir aber vorher nicht. Wir haben unsere Bestellung auf Englisch am Tresen aufgeben, und bevor wir irgendwas tun konnten, kam ein junger Typ angewetzt, ich schätze ein Auszubildender, es hieß, er „führe uns an unseren Tisch.“ Bevor wir irgendwas sagen konnten, hatte er unser Tablett in der Hand und stiefelte los. Direkt z einem der beiden Tische, die aber beide besetzt waren. Er sagte irgendwas, und leider wirkt der Tonfall der Landessprache sehr schroff und heftig. Es hörte sich an wie: „Hey, weg da, ihr sitzt auf einem Behindertenplatz! Aber zackig!“
Und während in Deutschland nach so einer Ansage in 50% der Fälle die ersten Colabecher diagonal durch den Raum geflogen wären, sprangen die vier Leute von ihren Stühlen hoch, rafften ihr Zeug zusammen, drehten sich zu uns um, senkten mit geschlossenen Augen kurz ihren Kopf in unsere Richtung, nahmen in Windeseile ihr Tablett und setzten sich ohne ein Wort woanders hin. Das war uns so derbe peinlich, dass wir am liebsten ohne Umwege das Restaurant verlassen hätten. Allerdings: Es schien völlig normal zu sein. Niemand guckte, die vertriebenen Leute setzten sich an einen anderen Tisch und aßen und redeten weiter, als wäre nichts geschehen.
Träume sind Schäume...
... passt eigentlich ganz gut zu Badewannen-Jule. Respekt an jeden, der sich bis zu diesem Absatz durch ihre Träume und den Kosmos Planet-Liebe gekämpft hat! Ich habe mal wieder festgestellt: Auch wenn sich Themen immer und immer wiederholen, geschrieben war der Bums echt unterhaltsam. Man hätte ihn lediglich als fiktional kennzeichnen müssen.
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Pressekontakt: presse@imperialcrimes.de
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