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Dagmar Knops (22) studierte Sozialpädagogik in Köln und verschwand bei einem Besuch ihrer Heimatstadt Kempen am 28. März 1988 nach einem Kneipenabend mit Freunden spurlos in der Innenstadt, nur wenige hundert Meter von ihrem Elternhaus.

Dagmar Knops

Dagmar Knops

28.3.1988
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens kann Dagmar Knops wie folgt beschrieben werden:

Alter: 22 Jahre
Größe: 1,72 m
Haarfarbe: dunkelblond
Studium: Sozialpädagogik in Köln
Letzter bekannter Aufenthaltsort: Lokal „Lichtblick“ in der Altstadt von Kempen
Bekleidet war Dagmar mit einer Avirex-Jacke mit hellbraunen Lederärmeln, einem mintfarbenen Sweatshirt, Jeans und Nike-Turnschuhen

Kempen am Niederrhein war in den späten 1980er-Jahren eine gewachsene Kleinstadt mit einer historischen Altstadt, Wohngebieten aus der Nachkriegszeit und einem eigenen Kneipen- und Vereinsleben. Die Altstadt mit ihren engen Gassen, alten Bürgerhäusern und dem Buttermarkt bildete das Zentrum des öffentlichen Lebens; sie war seit 1966 umfassend saniert worden.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der historische Kern zunehmend als Fußgängerbereich genutzt. Für junge Erwachsene waren die Kneipen und Gaststätten im Zentrum wichtige Treffpunkte, um Freunde zu treffen, etwas zu trinken und den Abend gemeinsam zu verbringen.

Dagmars Elternhaus in der Siegfriedstraße lag nicht in der eigentlichen historischen Altstadt von Kempen, sondern gehörte zum Stadterweiterungsgebiet zwischen Altstadt und Bahnhof.

Dagmar lebte nicht mehr in der Stadt, in der sie aufgewachsen war, sondern studierte Sozialpädagogik in Köln. Während der Semesterferien im März 1988 hielt sie sich im Elternhaus in Kempen auf. Ihre Eltern waren zum Zeitpunkt ihres Verschwindens allerdings im Urlaub in der Schweiz.

Am Montagabend, 28. März 1988, ging sie gemeinsam mit Freunden in die Gaststätte/Kneipe „Lichtblick“ in der Tiefstraße 24 in der Kempener Altstadt.

Gaststätte „Lichtblick“ in der Tiefstraße 24 in der Kempener Altstadt

„Lichtblick“

Die Gaststätte „Lichtblick“ existiert heute nicht mehr. Sie befand sich damals unweit des Franziskanerklosters an der Burgstraße.

Gegen 22:15 oder 22:30 Uhr verließ Dagmar das Lokal allein. Ihr Elternhaus lag nur rund 350 Meter entfernt. Dort kam sie jedoch nie an - seit dieser Nacht fehlt von ihr jede Spur.

Ihren Eltern fiel im Urlaub zunächst nicht auf, dass ihre Tochter verschwunden war. Freunde in Köln gingen davon aus, sie halte weiterhin in Kempen auf. Bekannte in Kempen wiederum vermuteten sie in Köln.

Erst Anfang April wurde die 22-Jährige offiziell als vermisst gemeldet. Die Polizei ging schnell davon aus, dass die junge Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Eine zwölfköpfige Mordkommission nahm die Ermittlungen auf. In den folgenden Wochen wurden unter anderem Gräber überprüft, Hubschrauber eingesetzt und eine Müllkippe mit Spürhunden durchsucht: erfolglos.

Einzige heiße Spur: Eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsene sollte am Abend des 28. März 1988 auf einer Bank in unmittelbarer Nähe des „Lichtblick“ gesessen haben, als Dagmar das Lokal verließ. Diese Gruppe konnte jedoch nie identifiziert werden.

In den ersten Jahren nach ihrem Verschwinden waren die Angehörigen der Studentin hin- und her gerissen zwischen ihren Gefühlen: Hoffnung auf eine Heimkehr, Verzweiflung über den möglichen Tod von Dagmar. Die Eltern versuchten, mit der langen Ungewissheit abzuschließen und ließen ihre Tochter 2005 für tot erklären.

Ebenfalls 2005 ging bei der Polizei 2005 ein anonymer Brief mit Hinweis auf einen möglichen Ablageort von Dagmars Leiche ein. Die Suche an dem genannten Ort blieb jedoch erfolglos. Was genau in diesem Brief stand und welcher konkrete Ort genannt wurde, ist nicht bekannt.

2008 brachte ein weiterer Brief die Ermittlungen wieder ins Rollen.

Im Februar 2008 traf ein zweiter anonymer Brief bei der Polizei ein.

 anonymer Brief

Quelle: Aktenzeichen XY

Dagmar sei ermordet und in der damaligen Baustelle im Keller der Villa Horten verscharrt worden, hieß es in dem Schreiben. Anschließend sei eine Betondecke über die Leiche gezogen worden. Die Polizei nahm den Hinweis ernst und untersuchte das Gebäude ab März 2008 intensiv.

Villa Horten

Die Villa Horten ist ein Haus im Stil des Spätklassizismus am Burgring 73 in Kempen gegenüber der Kempener Burg. Sie steht seit dem 29. März 1984 als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Sie wurde 1870 als Wohnhaus für Henriette Horten, eine Angehörige der Kaufmannsfamilie Horten, errichtet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zunächst als Rathaus, später dann von der Verwaltung des Kreises Kempen-Krefeld genutzt. In den 1980er Jahren verfiel das Haus zusehends.
1988 stand die Villa leer, die alten Gemäuer wurden gerade renoviert.

Es sah so aus, als würde der Cold Case endlich gelöst werden.

Im Keller der Villa Horten schlugen zwei Leichenspürhunde an, das Bodenradar zeigte eine Auffälligkeit. Die Leiche von Dagmar wurde unter zwei Betondecken vermutet, zwischen denen sich eine 70 Zentimeter dicke Schuttschicht befand.

Wir müssen davon ausgehen, dass wir hier an der richtigen Stelle sind.
- Ingo Thiel, Leiter der Mordkommission

Als die Polizei im Oktober 2008 mit Grabungen begann, zeigte sich, dass sich an einer vermuteten Stelle statt des erwarteten alten Brunnenschachts lediglich ein Fundament befand. Die Suche wurde 2009 mit Bohrungen fortgesetzt und Anfang 2010 nochmals intensiviert.

Die im Januar 2010 begonnenen Kernbohrungen sollten Material aus dem verdächtigen Bereich unter dem Kellerfundament liefern. Die Untersuchung der Bohrkerne ergab jedoch keinen Nachweis für Dagmars sterbliche Überreste.

Im Juni 2010 wurden die Arbeiten eingestellt. Die vermutete Stelle lag unter beziehungsweise nahe dem Fundament eines Treppenhauses und weitergehende Eingriffe hätten die Stabilität des alten Gebäudes gefährden können. Schon zuvor hatten statische Probleme die Arbeiten monatelang verzögert. Außerdem hatten sich Eigentümer und Bewohner beklagt, da sie über Wochen und Monate Lärm und Schmutz durch die Bauarbeiten ertragen mussten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, ihnen müsse wieder die normale Nutzung ihrer Kellerräume ermöglicht werden.

Die Ermittler konnten jedoch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass Dagmars Leiche irgendwo unter der Villa verborgen liegt.

Die Staatsanwaltschaft Krefeld und Polizei Mönchengladbach haben die Ermittlungen in diesem Cold Case wieder aufgenommen. Sie suchen – auch mithilfe der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY – nach Zeugen. Am Mittwoch, 4. November 2026, ist Kriminalhauptkommissarin Stefanie Kohnen in München zu Gast im Studio von Moderator Rudi Cerne und wird den Cold Case Dagmar Knops vorstellen.

Die Staatsanwaltschaft stellt folgende Fragen:

– Gibt es Zeugen, denen sich der Täter im Laufe der Zeit offenbart hat, sei es auch nur andeutungsweise?
– Kennen Sie Personen, die sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Fall beschäftigt haben?
– Kannten Sie Dagmar Knops und können noch etwas zum Fall beitragen?
– Gibt es Zeugen, die Dagmar Knops auf ihrem Heimweg gesehen haben?
– Gibt es Personen, die bereits im Jahr 1988 mit den damaligen Ermittlern sprachen, heute aber Geschehnisse hinzufügen möchten?

Außerdem hoffen die Ermittler auf Zeugen, die sich vielleicht an die Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener, die auf einer Bank gleich in der Nähe des Lokals “Lichtblick” gesessen haben soll, als Dagmar das Lokal verlassen hat, erinnert. Diese Personen konnten nie ermittelt werden.

Bis heute ist nicht geklärt, wer die anonymen Schreiben verfasst hat und ob die Verfasser tatsächlich über Täterwissen verfügten. Deshalb bittet die Polizei weiterhin darum, dass sich die Briefschreiber melden, da diese(r) möglicherweise neue Ermittlungsansätze liefern können.

Dagmar Knops

Quelle: Privat

Hinweise bitte an die
Mordkommission KNOPS beim Polizeipräsidium Mönchengladbach unter Telefon 02161 / 290 oder
✉️ MK.Knops.Moenchengladbach@polizei.nrw.de
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