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Vermisstenfall Debbie Sassen
Debbie Sassen

Am Dienstag, den 13. Februar 1996, ging Debbie wie jeden Morgen um 8:00 Uhr zur Schule. Sie besuchte die 2. Klasse. Gegen 12:00 Uhr, nach dem Schwimmunterricht, lief sie noch kurz zurĂŒck in die Schule, um ihren Ranzen zu holen, verließ das GebĂ€ude durch den Hinterausgang und machte sich allein auf den Heimweg. Als ihre Mutter Dagmar mittags von ihrem Arbeitsplatz auf der Kö in DĂŒsseldorf nach Hause kam, lief ihr die Ă€ltere Tochter Anita entgegen. "Debbie ist nicht da", sagte sie. Dagmar rief sofort in der Schule an und erfuhr, dass Debbie wie immer vom Schulhof gegangen sei. Seitdem ist die 8-JĂ€hrige wie vom Erdboden verschluckt.

Die Akte Deborah Sassen wird nicht geschlossen, jedem noch so kleinen Hinweis gehen die Ermittler nach. Dem federfĂŒhrenden Kriminalbeamten wurden zwischenzeitlich zusĂ€tzliche Regalböden ins BĂŒro eingebaut, heißt es, damit er die wachsende Akte stets in GriffnĂ€he hat.

2025 bat die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise zum Verschwinden von Debbie. Die damaligen Ermittlungen blieben jedoch erfolglos. 2026 dann die ĂŒberraschende Nachricht: Es gibt einen konkreten VerdĂ€chtigen - und einen Großeinsatz.

Polizei geht weiteren ErmittlungsansÀtzen im Fall "Debbie Sassen" nach
Umfangreiche polizeiliche Maßnahmen fĂŒhrten zu weiteren ErmittlungsansĂ€tzen in dem Kriminalfall, dessen Akte nie geschlossen worden war.
Am gestrigen Montag (26. Januar) und am heutigen Tag durchsuchten Beamtinnen und Beamte der Mordkommission mit UnterstĂŒtzung der Bereitschaftspolizei und Spezialisten des BKA mehrere HĂ€user und Wohnungen in DĂŒsseldorf und stellten mögliche Beweismittel sicher. Die Auswertungen der Asservate und die weiteren Ermittlungen dauern an.

- Pressemitteilung

Im DĂŒsseldorfer Stadtteil Wersten wurden an zwei Tagen im Januar 2026 fĂŒnf Wohnungen, ein Haus und sogar eine Sickergrube durchsucht. SpezialkrĂ€fte entleerten die Grube und hoben das Erdreich aus. Eins der durchsuchten Objekte soll sich ganz in der NĂ€he der damaligen Schule des vermissten MĂ€dchens im Rheindorfer Weg befinden.

Die Mordkommission war mit UnterstĂŒtzung der Bereitschaftspolizei und Spezialisten des BKA im Einsatz. Um welche Spezialisten es sich handelte, wollte der zustĂ€ndige Staatsanwalt Murat Ayilmaz aus ermittlungstaktischen GrĂŒnden nicht sagen. Dabei seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun untersucht werden mĂŒssten.

Ayilmaz bestÀtigte: Die Ermittler haben einen konkreten VerdÀchtigen identifiziert. Es handele sich dabei nicht um eine Person aus dem familiÀren Umfeld, sondern um einen Mann, der 1996 Zugang zu den nun durchsuchten Objekten gehabt habe.

Mehr wurde zu dem VerdĂ€chtigen und dem Anlass fĂŒr die Durchsuchungen bisher nicht bekannt. Doch nun meldete sich Debbies Mutter zu Wort, die bis heute unglaublich unter der Ungewisstheit leidet.

Es ist ausgerechnet Debbies Mutter, die im Dunkeln blieb, nicht ĂŒber die neuen Spuren informiert wurde und erst durch die Presse davon erfuhr. Sie wandte sich ĂŒber die Medien an die Ermittler und forderte Informationen und Kommunikation ein. Auskunft bekam sie erst, als sie sich bei der Kripo meldete, doch die ZustĂ€ndigen hĂ€tten ihr gegenĂŒber widersprĂŒchliche Angaben gemacht, beklagt sie. Sie weiß nicht, was sie noch glauben kann.

Dagmar Funke, Debbies Mutter, 2026

Quelle: SAT1
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Dagmar Funke hatte bereits damals den Verdacht, dass ihr Nachbar etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben könne, sagt sie. Er habe vor 30 Jahren als Kanalreiniger gearbeitet und Zugang zu etlichen Objekten in DĂŒsseldorf gehabt. Nun steht sie vor vielen Fragen, die wichtigste davon: Was weiß dieser Mann ĂŒber Debbie?

Dagmar hatte unsagbar schwer mit dem Verlust von Debbie zu kĂ€mpfen. Sie litt unter starken Depressionen und Bulimie, beging mehrere Suizidversuche. Inzwischen ist sie zum zweiten Mal an Krebs erkrankt, hĂ€lt es fĂŒr eine Folge von Stress und Ungewissheit.

Debbies Mutter verlangt nur eins: Die Wahrheit.

Die Kriminalpolizei DĂŒsseldorf bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe. Wer Hinweise, wie unerheblich sie auch in der eigenen Wahrnehmung sein mögen, geben kann, wendet sich bitte an das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer: 0211 870 0.

Debbie wÀre heute 39 Jahre alt.

© Alle Rechte liegen bei Piri Robinson.
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