
Die Hoffnung ist geblieben. Die Hoffnung, einen Cold Case aufzuklären: Drei Jahrzehnte ist es her, dass die damals 8-jährige Deborah Sassen, genannt Debbie, in Düsseldorf-Wersten spurlos verschwand – am 13. Februar 1996 kam sie nach dem Schwimmunterricht von der Schule nicht nach Hause. Immer wieder gab es neue Hinweise, denen die Ermittler nachgegangen sind, bisher erfolglos. Doch nun scheint es eine neue Spur zu geben.

Mord verjährt nie
Rückblick
Am Dienstag, den 13. Februar 1996, ging Debbie wie jeden Morgen um 8:00 Uhr zur Schule. Sie besuchte die 2. Klasse. Gegen 12:00 Uhr, nach dem Schwimmunterricht, lief sie noch kurz zurück in die Schule, um ihren Ranzen zu holen, verließ das Gebäude durch den Hinterausgang und machte sich allein auf den Heimweg. Als ihre Mutter Dagmar mittags von ihrem Arbeitsplatz auf der Kö in Düsseldorf nach Hause kam, lief ihr die ältere Tochter Anita entgegen. "Debbie ist nicht da", sagte sie. Dagmar rief sofort in der Schule an und erfuhr, dass Debbie wie immer vom Schulhof gegangen sei. Seitdem ist die 8-Jährige wie vom Erdboden verschluckt.
Die Wende nach 30 Jahren?
Die Akte Deborah Sassen wird nicht geschlossen, jedem noch so kleinen Hinweis gehen die Ermittler nach. Dem federführenden Kriminalbeamten wurden zwischenzeitlich zusätzliche Regalböden ins Büro eingebaut, heißt es, damit er die wachsende Akte stets in Griffnähe hat.
2025 bat die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe und Hinweise zum Verschwinden von Debbie. Die damaligen Ermittlungen blieben jedoch erfolglos. 2026 dann die überraschende Nachricht: Es gibt einen konkreten Verdächtigen - und einen Großeinsatz.

Quelle: Polizei NRW Düsseldorf
Polizei geht weiteren Ermittlungsansätzen im Fall "Debbie Sassen" nach
Umfangreiche polizeiliche Maßnahmen führten zu weiteren Ermittlungsansätzen in dem Kriminalfall, dessen Akte nie geschlossen worden war.
Am gestrigen Montag (26. Januar) und am heutigen Tag durchsuchten Beamtinnen und Beamte der Mordkommission mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und Spezialisten des BKA mehrere Häuser und Wohnungen in Düsseldorf und stellten mögliche Beweismittel sicher. Die Auswertungen der Asservate und die weiteren Ermittlungen dauern an.
- Pressemitteilung
Im Düsseldorfer Stadtteil Wersten wurden an zwei Tagen im Januar 2026 fünf Wohnungen, ein Haus und sogar eine Sickergrube durchsucht. Spezialkräfte entleerten die Grube und hoben das Erdreich aus. Eins der durchsuchten Objekte soll sich ganz in der Nähe der damaligen Schule des vermissten Mädchens im Rheindorfer Weg befinden.
Die Mordkommission war mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und Spezialisten des BKA im Einsatz. Um welche Spezialisten es sich handelte, wollte der zuständige Staatsanwalt Murat Ayilmaz aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Dabei seien Beweismittel sichergestellt worden, die nun untersucht werden müssten.
Debbie haben wir leider nicht gefunden.
- Staatsanwalt Murat Ayilmaz
Ayilmaz bestätigte: Die Ermittler haben einen konkreten Verdächtigen identifiziert. Es handele sich dabei nicht um eine Person aus dem familiären Umfeld, sondern um einen Mann, der 1996 Zugang zu den nun durchsuchten Objekten gehabt habe.
Mehr wurde zu dem Verdächtigen und dem Anlass für die Durchsuchungen bisher nicht bekannt. Doch nun meldete sich Debbies Mutter zu Wort, die bis heute unglaublich unter der Ungewisstheit leidet.
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Die Mutter
Ich suche schon seit 30 Jahren nach meiner Tochter.
- Dagmar Funke, Debbies Mutter
Es ist ausgerechnet Debbies Mutter, die im Dunkeln blieb, nicht über die neuen Spuren informiert wurde und erst durch die Presse davon erfuhr. Sie wandte sich über die Medien an die Ermittler und forderte Informationen und Kommunikation ein. Auskunft bekam sie erst, als sie sich bei der Kripo meldete, doch die Zuständigen hätten ihr gegenüber widersprüchliche Angaben gemacht, beklagt sie. Sie weiß nicht, was sie noch glauben kann.

Quelle: SAT1
Zum ganzen Video
Dagmar Funke hatte bereits damals den Verdacht, dass ihr Nachbar etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun haben könne, sagt sie. Er habe vor 30 Jahren als Kanalreiniger gearbeitet und Zugang zu etlichen Objekten in Düsseldorf gehabt. Nun steht sie vor vielen Fragen, die wichtigste davon: Was weiß dieser Mann über Debbie?
Dagmar hatte unsagbar schwer mit dem Verlust von Debbie zu kämpfen. Sie litt unter starken Depressionen und Bulimie, beging mehrere Suizidversuche. Inzwischen ist sie zum zweiten Mal an Krebs erkrankt, hält es für eine Folge von Stress und Ungewissheit.
Debbies Mutter verlangt nur eins: Die Wahrheit.
Die Kriminalpolizei Düsseldorf bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe. Wer Hinweise, wie unerheblich sie auch in der eigenen Wahrnehmung sein mögen, geben kann, wendet sich bitte an das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer: 0211 870 0.
Debbie wäre heute 38 Jahre alt.
ℹ️ Linkbox: Pressespiegel
► Vermisstenfall Debbie Sassen: Verdächtiger im Visier (WDR)
► Überraschende Wende im Fall der vermissten Debbie (FR)
► Mutter fordert Informationen zu Cold Case (Augsburger Allgemeine)
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